Sollte es einen Preisaufschlag für dicke Menschen geben?

9 Mai

Gerade habe ich meinen Artikel für eine Konferenz fertiggestellt. Darin ging es natürlich um Corporate Blogs und um Faktoren welche zu einem veränderten Mediennutzungsverhalten führen. Durch die permanente Verfügbarkeit von Informations- und Kommunikationsangeboten gestaltet sich unser Mediennutzungsverhalten proaktiv. Das heißt nichts anderes, als dass wir uns ganz bewusst entscheiden, welche Information und Kommunikation wir zulassen und welche wir ausschließen. Dies unterstützt uns bei der Bewältigung dieser tagtäglich auf uns einströmenden Informationsflut. So weit – so gut.

Zu Beginn dieser Woche habe ich mich unheimlich aufgeregt. Grund meiner Aufregung war ein Beitrag  eines hiesigen Radiosenders. Thema: Sollten dicke Menschen mehr Geld bezahlen, z.B. im Flugzeug – weil diese  ja durch ihr Gewicht mehr Ressourcen in Anspruch nehmen. Nach diesem provokativen Thema wurde nun aufgefordert durch Anrufe die eigene Meinung zu verkünden. Das nennt sich dann die „Meinungsmacher“. Grundsätzlich ist die Strategie ja aufgegangen. Meine Aufmerksamkeit hatte der Sender für ein paar Minuten. Diese Aufmerksamkeit wurde dann auch durch Emotionen gesteigert und dann wurde ich auch gleich zum Handeln motiviert (aus kommunikationsstrategischer Sicht ein voller Erfolg) und zwar zum Umschalten.

Nun hat sich meine Aufregung etwas gelegt. Deshalb hier meine etwas reflektierten Gedanken dazu: Solche Themen zur Diskussion zu stellen impliziert auch, dass der Radiosender seiner Hörerschaft nicht mal ein Mindestmaß an Niveau und Bildung zutraut. Grundsätzlich kann man diesen äußerst niedrigen Anspruch bei vielen Medien beobachten. Sicherlich ist es nicht immer möglich hochpolitische oder wissenschaftliche Abhandlungen zur Diskussion zu stellen. Dies ist sicherlich auch nicht Sinn und Zweck eines Programms, was leicht konsumierbare Unterhaltung bieten soll. Medien haben aber einen nicht geringen Einfluss auf die Meinungsbildung. Dessen sind sie sich durchaus auch bewusst, wenn man sich so manche Berichterstattungen ansieht. Ist es dann nicht umso trauriger, dass viele Medien auf den Zug der „einfachen“ Unterhaltung aufspringen. Sind Themen wie ein Preisaufschlag für dicke Menschen wirklich notwendig, um die Aufmerksamkeit zu bekommen oder haben wir keine anderen Probleme die wir zur Diskussion stellen können und sollten? Vielleicht sollte man mal das Niveau einiger Medien zur Diskussion stellen…

In Deutschland sprechen wir so gern von Nachhaltigkeit. Wie sieht es mit der Nachhaltigkeit der Ergebnisse von Medienarbeit aus? Was kommt dabei raus, wenn man seine Zielgruppen mit solch „wichtigen“ Themen konfrontiert? Ihr habt nicht nur die Verantwortung für hohe Einschaltquoten und dem damit verbunden wirtschaftlichen Erfolg. Ihr leistet auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Meinungsbildung und somit auch zur Gestaltung Eurer eigenen persönlichen Zukunft. Darum kann ich nur befürworten:

Wählt Eure Medien bewusst aus und hinterfragt die Inhalte!

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