Frau Merkel goes Web 2.0

26 Mai

Frau Merkel im studiVZ

Frau Merkel im studiVZ (Quelle: Screenshot studivz.net)

Nicht schlecht habe ich geschaut, als ich im allseits bekannten studiVZ auf Frau Merkels Profil gestoßen bin. Frau Merkel tritt also der Community bei und stellt sich mit einem doch etwas anders aussehenden Profil den Mitgliedern vor. Herr Westerwelle, Herr Seehofer und einige andere sind auch dabei. Mensch toll, diese Bürgernähe. Da freut sich aber die „Generation-Doof“, dass unsere Volksvertreter mal zum Greifen nah sind. Hätte man ihnen gar nicht zugetraut und vor allem in so turbulenten Zeiten des Wahlkampfes. Da kann ich nur sagen: ausgezeichnetes Zeitmanagement! Ist ja auch klasse, das Web 2.0. Man kann so schnell und einfach Inhalte produzieren. Aber war da nicht etwas, was bei Web 2.0 noch wichtig ist? Mhhh… was war das nur? Ah…jetzt ja: Der Mittmachgedanke! Und was bedeutet das gleich noch mal? Dabei sein ist alles? Wohl eher nicht…

Natürlich wird dem aufmerksamen Beobachter schnell ersichtlich, dass Frau Merkel hier nicht selbst aktiv im studiVZ unterwegs ist. In Anbetracht ihres Terminplans auch nicht weiter verwunderlich. Kerngedanke soll sicherlich sein, dass die jeweilige Politik und ihre wirkenden Personen den potenziellen Wählern näher gebracht werden soll. Ist ja auch schwierig, der „politikverdrossenen Jugend“ die Wahlprogramme vorzustellen und sie dann auch noch zum Urnengang zu Gang zur Wahlkabine zu motivieren. Was für ein pfiffiges Beraterteam, welches den Auftritt bei studiVZ vorgeschlagen hat. Dumm nur, dass sie sich keine Gedanken über die Wirkung gemacht haben. Einfache Recherchen zur Plattform hätten sie eigentlich auf die Idee bringen müssen, dass die Erwartungen der Mitglieder von  studiVZ an andere Mitglieder darin bestehen, dass man auch hinter dem angelegten Profil eine reale und persönlich kontaktierbare Person findet, welche auch selbst agiert. Es handelt sich um eine Community, welche durch aktive und persönliche Gestaltung mit Leben befüllt wird. Denn Netzwerke leben durch ihre aktiven Mitglieder. Was soll man nun davon halten, wenn die Seite durch Dritte betreut wird? Was sagt mir das über die Glaubwürdigkeit? Es wirkt wie ein falsches Versprechen. Ich möchte damit nicht sagen, dass es schlecht ist der Jugend einen Zugang zur Politik zu bieten. Es sollte aber überlegt werden, ob diese Form der Glaubwürdigkeit zuträglich ist. Die zugegebenermaßen nicht immer sehr durchdachten Pinnwandbeiträge bestätigen da auch ziemlich eindeutig, wie diese Form der „Bürgernähe“ bewertet wird. Also liebe Berater: Auch wenn es verlockend ist, so schnell und unkompliziert an die Zielgruppe zu kommen, ist eine gut fundierte und umfassende Analyse schon so manche Wählerstimme wert. Und die Wählerstimmen könnten sich durch die virusartige Verbreitung solcher Meinungen recht schnell summieren…

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