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ERGO Versichern heißt verstehen…

19 Jul

Soeben habe ich einen mir bisher unbekannten Werbespott der Versicherungsgruppe ERGO angesehen, der mich echt angesprochen hat. Ich schaue mir ziemlich oft Werbung an und überlege, wie sie versucht ihre Kunden zu erreichen. Versicherungen haben das bisher eher mit mäßigem Erfolg getan. Es gibt Konzepte welche vom Schrotflintenprinzip, bis hin zum „Schockerlebnis“ alles probiert haben. Wir erinnern uns gern an die Versicherung Hannoversche Leben, die doch glatt mal das Familienoberhaupt der Familie Wittig von einem Baum erschlagen lassen hat, um dann den Nutzen des Hinterbliebenenschutzes zu demonstrieren. Auch wenn Frau Engelke dies moderiert, wirkt es irgendwie wenig lustig und auch nicht wirklich vertrauenserweckend.

Was macht also die ERGO Versicherungsgruppe anders, dass ich sage: „Guter Spot und trifft genau in’s Schwarze!“? Ganz einfach: Bei dem Konzept des Spots wurden die Bedürfnisse der Kunden und das allgemeine Imageproblem von Versicherungen berücksichtigt. Kunden wollen Aufklärung in ihrer Sprache und Produkte, die ihnen wirklich nützen. Versicherungen haben also das Problem, dass man ihnen nicht vertraut und stets denkt, die würden einem alles verkaufen, auch wenn man es nicht braucht. Meistens versteht man ja doch nur die Hälfte, von dem was dort angeboten wird und was in den Papieren steht. Hier nun der Spot der ERGO Versicherungsgruppe, die kein konkretes Produkt bewirbt, sondern eher eine Imagekampagne startet, in dem man darauf setzt, dass man den Kunden nun endlich verstehen will – Dialog auf Augenhöhe also.

Aber wer kennt das nicht, der Versicherungsvertreter sitzt abends bei einem zu Hause und erzählt seit zweieinhalb Stunden, wie wichtig doch diese und jene Absicherung ist und man kann ja dabei sogar noch sparen und dann würden ja auch noch Zinseffekte eine Rolle spielen und sowieso und überhaupt, wenn man nun das super KombiPlusPaket abgeschlossen hat, dann kann ja gar nichts mehr passieren. Inhaltich ist man nach ungefähr 20 Minuten Hardcoreverkaufsgespräch ausgestiegen und würde nun fast alles abschließen, damit der Typ endlich geht und man vielleicht doch noch vor dem Nachtjournal ins Bett kommt.

Der toughe Kunde bittet dann darum, dass der Herr Vertreter doch seine Unterlagen da lassen soll, damit man dann im Familienrat darüber tagen kann. In der Zwischenzeit ruft man eilig ein paar Freunde an und fragt sie, welche Super-Versicherungen sie haben und welcher Anbieter vertrauenswürdig ist. Sicher sein kann man aber nie, denn selbst die Freunde können sich ja von irgendeinem „schwiegermutterverkaufenden-Versicherungsvertreter“ was aufschwatzen lassen haben. Und am Ende fühlt man sich trotzdem irgendwie verar… – egal bei wem man nun das tolle Angebot unterzeichnet hat.

Und genau hier setzt die ERGO Versicherungsgruppe mit ihrem Spot an. Sie bekämpft das Vertrauensproblem, in dem es direkt kommuniziert wird. Wenn nun der Inhalt auch noch stimmt, was die Verpackung verspricht, dann ist das eine super Sache. Doch sind wir mal ehrlich, wir wissen alle, dass Versicherungen keine Hilfsorganisationen sind und weniger um das Wohl ihrer Kunden als oftmals mehr an das Wohl ihrer Bilanzen und Aktien denken. So beißt sich also die Katze in den Schwanz. Das Prinzip bleibt das Gleiche, aber der Spot ist trotzdem gut gemacht.